Konzeption

Die Konzeption richtet sich an Eltern und pädagogische Fachkräfte der Kita „Die Wichtel“ und beschreibt den aktuellen Rahmen der pädagogischen Arbeit. Gleichzeitig dient sie als Grundlage für Weiterentwicklung und Reflexion.

 


Als Kindertageseinrichtung arbeiten wir familienergänzend und fördern die Gesamtentwicklung des Kindes ab dem Alter von 6 Monaten bis zum Schuleintritt. Träger unserer Einrichtung ist der Verein „Beruf und Kind“, der ursprünglich aus einer Elterninitiative entstanden ist.
Uns liegen berufstätige Eltern, ihre Kinder und deren Bedürfnisse besonders am Herzen und wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Eltern bei der besseren Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Kindererziehung zu unterstützen.
 
 

 

Erzieherischer Auftrag und Ziel der Arbeit in der Einrichtung

 
Als Kindertagesstätte und somit als Bildungseinrichtung fördern wir die kindliche Entwicklung auf Grundlage des „Orientierungsplans für Tageseinrichtungen für Kinder in Baden-Württemberg“. Unsere Aufgabe ist neben der Betreuung, Bildung und Erziehung der uns anvertrauten Kinder auch die Erfüllung unseres gesetzlichen Schutzauftrags.
Unser Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsauftrag beinhaltet eine ganzheitliche Förderung, d.h. eine Ausrichtung auf die kognitive, emotionale, soziale, motorische, sprachliche, sensorische und moralische kindliche Entwicklung. Bei der Erfüllung unseres Schutzauftrags stehen die Rechte der Kinder, rechtlich verankert in der UN-Kinderrechtskonvention und §8a Abs. 4 SGB VIII im Zentrum.
In einer Atmosphäre der Geborgenheit und des Vertrauens sollen dem Kind vielfältige Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit sich selbst und seiner Umwelt gegeben werden, damit es seine Potenziale entfalten und sich zu einer selbstbewussten, sozialen und lernfreudigen Persönlichkeit entwickeln kann. 
Ein breites Bildungsfundament, vorgegeben durch den „Orientierungsplan für Bildung und Erziehung in Tageseinrichtungen für Kinder in Baden-Württemberg“, erleichtert es dem Kind mit seiner ganzen Persönlichkeit auf die neue Wissensgesellschaft zugehen zu können. Multikulturelle Einflüsse wollen wir nutzen und damit dem Kind zu einem offenen Weltbild verhelfen.

Zur frühkindlichen Erziehung und Bildung gehören das Hinführen der Kinder zur Ich-, Sozial-, Sach-, und Lern-Kompetenz. Bildung beginnt beim Kind selbst und wird als Konstruktionsprozess verstanden, bei dem das Kind seine Welt aktiv durch soziale Interaktion erschließt. Dabei sind verlässliche Beziehungen und Bindungen eine grundlegende Voraussetzung für erfolgreiches Lernen. Kinder besitzen die Fähigkeit aus alltäglichen Situationen wichtige Lerninhalte rauszufiltern und sich anzueignen. Diese Fähigkeiten wollen wir aktiv unterstützen, indem wir mit unseren Angeboten/Projekten das Spielen und Lernen eng verknüpfen.
Dabei hilft uns die „Kopf – Herz – Hand“ Methode, bei der das Lernen durch positive Emotionen und das „Begreifen“ des Lerninhaltes begünstigt wird.

Erziehung hingegen umfasst die Anregung und Herausforderung des Kindes sowie die Unterstützung und Begleitung seiner Bildungsprozesse. Unser Ziel ist es, Kinder zu eigenständigen, selbstbestimmten und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten zu erziehen. Dabei legen wir besonderen Wert auf die Entwicklung von Autonomie und Verbundenheit.
 
 
Autonomie bedeutet für uns, dass Kinder Selbstwirksamkeit, Selbstbestimmung und Eigenverantwortung erfahren. Sie sollen sich ihrer Selbst, ihrer Fähigkeiten und Möglichkeiten bewusst werden. Ein Beispiel hierfür ist, wenn Kinder in der Lage sind, eigene Meinungen und Bedürfnisse frei zu äußern und mitzuentscheiden, wenn es um ihre eigenen Belange geht. Durch das Übernehmen von Aufgaben im Alltag, wie das Decken des Tisches oder das Gießen der Pflanzen, fördern wir ihr selbstständiges Denken, Urteilen und Handeln.

Verbundenheit und Gemeinschaftsfähigkeit sind ebenfalls zentrale Aspekte unserer pädagogischen Arbeit. Kinder sollen Bindung und Zugehörigkeit erleben und bereit sein, das soziale Miteinander aktiv mitzugestalten und Verantwortung zu übernehmen. Dies kann beispielsweise durch Gruppenprojekte oder gemeinsame Spiele erreicht werden. Zudem fördern wir das Interesse an anderen, indem wir den Kindern die Möglichkeit geben, Freundschaften zu entwickeln und zu pflegen. In diesem Kontext lernen sie, das Denken, Fühlen und Handeln anderer zu verstehen, was die Grundlage für ein respektvolles und empathisches Miteinander bildet.

Unser Verständnis von Bildung und Erziehung basiert auf einem ganzheitlichen Ansatz, der sowohl die individuellen Bedürfnisse des Kindes als auch seine aktive Beteiligung am Lernprozess berücksichtigt.
Die individuelle Förderung der Kinder ist ein zentraler Bestandteil unseres Konzepts. Diese orientiert sich am Alter, Entwicklungsstand, den Fähigkeiten und der Lebenssituation des einzelnen Kindes. Besonders berücksichtigen wir die Interessen und Bedürfnisse jedes Kindes, um eine bestmögliche Unterstützung zu gewährleisten. Unser ressourcenorientierter Ansatz setzt dabei auf die individuellen Stärken und Fähigkeiten der Kinder als Ausgangspunkt für konkrete Angebote und die Gestaltung der Spiel- und Lernumwelt.

Ein sehr guter Betreuungsschlüssel ermöglicht es uns, auf die Bedürfnisse der Kinder intensiv einzugehen und sie individuell zu fördern.  Die kontinuierliche Entwicklungsbeobachtung und -dokumentation bildet die Grundlage für unsere Arbeit und hilft uns, die Fortschritte der Kinder zu verfolgen und sie bestmöglich in ihrer Entwicklung zu unterstützen.
Unsere Konzeption ist eingebettet in den Jahreskreis und die Kinder werden an die jahreszeitspezifischen Feste und Ereignisse herangeführt.

Jeder unser pädagogisch tätigen Mitarbeitenden hat ein Spezialgebiet, worin er sich kontinuierlich weiterbildet. Von den daraus resultierenden Projektarbeiten oder speziellen Angeboten können die Kinder direkt profitieren.
 



Der Start in Krippe oder Kindergarten - nach dem Berliner Eingewöhnungsmodell

 

Der Übergang eines Kindes in eine Kindertagesstätte stellt einen signifikanten Wendepunkt dar, der eine Vielzahl von Veränderungen in der Lebenswelt des Kindes einführt. In dieser Phase steht die Interaktion zwischen der Familie und der Einrichtung im Zentrum, wobei die Integration in die neue Lebensumgebung im Fokus liegt. Der Eintritt in die Tagesbetreuung repräsentiert einen Neubeginn, der sorgfältig gestaltet werden muss, um das Wohlbefinden des Kindes zu gewährleisten.
Ein behutsamer Eingewöhnungsprozess, der in enger Kooperation mit den Eltern durchgeführt wird, bildet hierbei die Grundlage für eine erfolgreiche Anpassung des Kindes an die neue Umgebung.

Um den Übergang vom familiären Umfeld in die Kindertagesstätte so reibungslos wie möglich zu gestalten, ist es unabdingbar, dass ein Elternteil oder eine andere vertraute Bezugsperson den Eingewöhnungsprozess begleitet. Die Anwesenheit dieser Bezugsperson, die eine „sichere Basis“ für das Kind darstellt, fördert die Offenheit und Neugier des Kindes gegenüber der neuen Umgebung. Diese Bezugsperson übernimmt für das Kind die Rolle der Sicherheit und des Vertrauens, was essenziell für das emotionale Wohlbefinden des Kindes ist. Während der gesamten Eingewöhnungsphase fungiert die Bezugsperson als Vermittler von Sicherheit, Vertrautheit und Trost.

Ein reibungsloser und harmonischer Übergang in den Alltag der Kindertagesstätte kann durch die Anwendung des sogenannten „Berliner Eingewöhnungsmodells“ gefördert werden.

Die Dauer des Eingewöhnungsprozesses variiert, typischerweise erfordert der Aufbau einer stabilen Beziehung zwischen sechs und vierzehn Tagen, kann jedoch in Einzelfällen mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Die spezifische Anpassung der Eingewöhnungszeit erfolgt unter Berücksichtigung des individuellen Verhaltens des Kindes und wird in Absprache mit der Gruppenleitung, der Bezugsperson und den Eltern abgestimmt.


In der Regel verläuft die Eingewöhnung bei Kindergartenkindern zügiger, doch sollte die Dauer stets an die individuellen Bedürfnisse und das Verhalten des Kindes angepasst werden.
 


Entwicklungsbeobachtung und Entwicklungsdokumentation



Bildungs- und Lerngeschichten


Das Konzept der „Bildungs- und Lerngeschichten“ basiert auf den in Neuseeland von Margaret Carr entwickelten „Learning stories“ (2001). Ziel der Lerngeschichten ist das Lernen von Kindern zu beobachten, zu beschreiben und darauf aufbauend zu unterstützen und zu fördern. Das Kind, die Eltern und pädagogische Fachkräfte erhalten durch die Beobachtung und Dokumentation einen detaillierten Einblick in die individuellen Lern- und Entwicklungsschritte des Kindes.

Die Lerngeschichten orientieren sich an den Ressourcen eines Kindes, d.h. der Ausgangspunkt für die Förderung des Kindes liegt in seinen Stärken und seinen Interessen, nicht in seinen Schwächen („Stärken stärken, um Schwächen zu schwächen.“). Grundlage für die Analyse des kindlichen Lernens sind sogenannte „Lerndispositionen“, in denen die Motivation und Fähigkeit eines Kindes zum Ausdruck kommt, sich mit neuen Situationen oder Anforderungen auseinanderzusetzen. Lerndispositionen sind grundlegende Voraussetzungen für Lern- und Bildungsprozesse und bilden damit das Fundament für lebenslanges Lernen.

Nach Margaret Carr gibt es fünf verschiedene Lerndispositionen, die eine pädagogische Fachkraft beim lernenden Kind beobachten und identifizieren kann:
  1. Interessiert sein: Das Kind zeigt Interesse an etwas und wendet sich dieser Sache zu.  
  2. Engagiert sein: Das Kind ist bereit, sich auf etwas einzulassen, ist vertieft in sein Tun.
  3. Standhalten bei Herausforderungen und Schwierigkeiten: Das Kind hat die Fähigkeit, seine Tätigkeit auch fortzuführen, wenn es auf Schwierigkeiten und Hindernisse trifft, und entwickelt Problemlösungsstrategien.
  4. Sich ausdrücken und mitteilen: Das Kind tauscht sich mit anderen aus und kommuniziert seine Ideen, Gefühle, Wünsche und Interessen (verbal und nonverbal).
  5. An einer Lerngemeinschaft mitwirken und Verantwortung übernehmen: Das Kind zeigt die Bereitschaft, Dinge auch aus einem anderen Standpunkt aus zu betrachten und eine Vorstellung von Gerechtigkeit und Unrecht zu entwickeln. Das Kind kann Entscheidungen treffen und Auskunft über sich geben sowie Strategien im Austausch mit anderen entwickeln.
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Diese fünf Lerndispositionen gilt es, in der Kita zu erkennen und zu fördern. Dies erfolgt durch die intensive Beobachtung eines Kindes in einer freien Spielsituation; die pädagogische Fachkraft schreibt wertfrei alles auf, was sie in der Situation beobachten kann. Anschließend wertet sie ihre Beobachtungen aus, indem sie das Verhalten des Kindes den einzelnen Lerndispositionen zuordnet. Anschließend wird das Beobachtete inhaltlich verdichtet, indem die wesentlichen Lernbereiche und Lernprozesse des Kindes zusammengefasst und den verschiedenen Kompetenzbereichen (Grob- / Feinmotorik, Sprache, Kognition, Sensorik, Sozial-emotionale Kompetenzen) zugeordnet werden.
Idealerweise tauschen sich nach einem bestimmten Zeitraum alle pädagogischen Fachkräfte einer Gruppe über ihre Beobachtungen aus und suchen nach einem „Roten Faden“, der sich über alle Beobachtungen hinweg zeigt. Sie überlegen nächste Schritte, wie das Kind in seinem Interesse und seinem Lernprozess weiter unterstützt werden kann und wo sich vielleicht Anknüpfungspunkte zu den Interessen anderer Kinder in der Gruppe finden lassen.
 
Ab und zu resultiert aus dem Beobachtungs- und Förderungsprozess nach dem Konzept von Margaret Carr eine Lerngeschichte, in der für das Kind sein Lernprozess zusammengefasst wird. Diese Lerngeschichte wird dann gemeinsam mit dem Kind gelesen und in sein Portfolio abgeheftet.
Dadurch erfährt das Kind Wertschätzung, Aufmerksamkeit und Anerkennung für seine Lernprozesse. Nach und nach erhält es somit einen Einblick, mit welchen Strategien es Interessen verfolgt und wie es lernt. Dem Kind wird es also ermöglicht, sich seiner eigenen Lernprozesse und –fortschritte sowie seiner Lernstrategien bewusst zu werden und darauf aufzubauen, wenn es an das Erlernen von neuen Kompetenzen geht.

 

 


Biko-Diagnostik

 

Diagnostik bei den Wichteln in den Kindergartengruppen Gelb, Grün & Rot

 
Zwischen dem dritten und sechsten Lebensjahr erwerben Kinder wichtige domänenspezifische Basiskompetenzen (sprachlich, numerisch, sozio-emotional, motorisch), die entscheidend für den erfolgreichen Einstieg in Lesen, Schreiben und Rechnen sind. Diese Kompetenzen sagen den späteren Lernerfolg besser voraus als allgemeine Maße wie Intelligenz. Die Grundlagen der Bildungskarriere werden demnach bereits im frühen Kindesalter gelegt, welche die Lernvoraussetzungen beim Schulstart und den weiteren Schulerfolg maßgeblich beeinflussen.

Der Rahmenplan für die elementare Bildung der Drei- bis Sechsjährigen sieht vor, dass pädagogische Fachkräfte die Bildungsprozesse aller Kinder systematisch beobachten und dokumentieren. Das BIKO-Screening ermöglicht bei Drei- bis Sechsjährigen festzustellen, ob ihre Entwicklung in zentralen Bereichen altersgemäß ist oder ein Förderbedarf besteht. Ziel ist es, Entwicklungsrisiken frühzeitig zu erkennen, um durch rechtzeitige Förderung mögliche Verzögerungen noch vor dem Schuleintritt auszugleichen

Um die frühe Förderung zu stärken, führte die Stadt Heidelberg im Jahr 2014 das "BIKO-Screening zur Entwicklung von Basis-Kompetenzen für 3- bis 6-jährige" ein, entstanden aus den Projekten Qualitätssicherung in Heidelberg" (QUASI, Pädagogische Hochschule Heidelberg) und "Bildung im Kindergarten organisieren" (BIKO, Universität Münster).  Es stellt wissenschaftlich evaluierte diagnostische Materialien für Kindertageseinrichtungen bereit.

Das Inventar beinhaltet die vier Entwicklungsbereiche sprachliche Basiskompetenzen, numerische Basiskompetenzen, motorische Koordination sowie sozio-emotionale Basiskompetenzen. Mit Ausnahme des Verfahrens zum sozio-emotionalen Entwicklungsbereich beruhen alle Verfahren auf Durchführungsaufgaben.
Diese werden in Form von Einzeluntersuchungen mit einer extra geschulten, vertrauten Fachkraft mit den Kindern in der Kita durchgeführt. Der Fragebogen zu den sozio-emotionalen Basiskompetenzen wird von den Fachkräften der Stammgruppe des Kindes gemeinsam ausgefüllt.
 

 

 
 

1. Screening zu sozio-emotionalen Basiskompetenzen

Das Verfahren beruht auf den KIPPS-Skalen zur sozio-emotionalen Entwicklung im Vorschulalter von Holodynski, Souvignier und Seeger und ist als Einschätzungsverfahren für die Fachkräfte in KiTas konstruiert. Daher besteht es aus Aussagen zu beobachtbaren Verhaltensweisen von Kindern, in denen sich sozio-emotionale Kompetenzen ausdrücken.
Alle darin abgefragten Verhaltensweisen lassen sich insbesondere im Gruppenalltag von Kindertageseinrichtungen gut beobachten. Das Verfahren deckt hierbei verschiedene relevante Verhaltenskontexte ab, in denen sozio-emotionale Kompetenzen eine Rolle spielen: Für den Umgang mit erwachsenen Erziehungspersonen sind Fertigkeiten wie Kooperationsbereitschaft (compliance) und soziale Kooperation entwicklungsförderlich, für den Umgang mit Gleichaltrigen Fertigkeiten zur Bildung und Aufrechterhaltung positiver Peerbeziehungen (wie z.B. prosoziales Verhalten und Empathie) sowie die Abwesenheit problematischer Verhaltensweisen (wie z.B. Aggressivität).
Für den Umgang mit altersgemäßen Aufgabenanforderungen sind aufgabenbezogene Fertigkeiten wie Initiative und Ausdauer bei der Bearbeitung von Aufgaben erforderlich. Darüber hinaus wird auch emotionales Regulationsverhalten erfasst.
 

2. Screening zu motorischen Basiskompetenzen

Das BIKO-Screening der motorischen Basiskompetenzen beruht auf dem MOT 4-8 Screen (Zimmer 2012) und umfasst acht Aufgaben zur Überprüfung der allgemeinen motorischen Grundfertigkeiten, insbesondere der Fähigkeit zur präzisen Kontrolle von Bewegungen. So sollen die Kinder z.B. auf einem schmalen Teppichstreifen balancieren, unter Zeitdruck möglichst schnell seitlich hin- und herspringen oder ein Sandsäckchen fangen. Die motorische Entwicklungsaufgabe eines Vorschulkindes besteht darin, aus den in der Kleinkindzeit erworbenen Grundbewegungen (sitzen, greifen, laufen etc.) komplexe Bewegungsmuster zu bilden, in denen Ober- und Unterkörper zu einer gerichteten Gesamtbewegung koordiniert werden (z.B. hüpfen, werfen). 
Erst mit erfolgreicher Koordination entwickelt sich die Dynamik (Ausdauer und Tempo) von Bewegungsmustern. Ziel dieses Screenings ist es, bereits im Kindergarten festzustellen, inwieweit ein Kind über eine ausreichende gesamtkörperliche Koordinationsfähigkeit verfügt. Dabei geht es ausschließlich um die Grundfähigkeiten der Koordination und nicht um sportspezifische Einzelleistungen.
 

3. Screening zu numerischen Basiskompetenzen

Das BIKO-Screening zur Erfassung der numerischen Basiskompetenzen stellt eine Kurzversion vom Test mathematischer Basiskompetenzen im Kindergartenalter (Krajewski 2011) dar. Die Aufgaben überprüfen numerische Basisfertigkeiten wie z.B. die sprachliche Kenntnis von Zahlwörtern und Zahlenreihen. Darüber hinaus wird erfasst, inwieweit ein Kind beginnt, sein Zahlenvorwissen mit seinen pränumerischen Mengenkenntnissen zu einem einfachen Zahlenverständnis zu verknüpfen (bspw. Fähigkeit zum Mengenvergleich). Ziel dieses Beobachtungsverfahren ist es, im Kindergartenalter festzustellen, welche Basiskenntnisse ein Kind im Bereich Mengen und Zahlen bereits erworben hat und ob das Kind über "mathematische Standardangebote" hinaus zusätzliche Entwicklungsanreize benötigt, um mit den Kenntnissen seiner Altersgruppe Schritt halten zu können.
 

4. Screening zu sprachlichen Basiskompetenzen

Das BIKO-Screening zur Erfassung sprachlicher Basiskompetenzen beruht auf dem Heidelberger auditiven Screening (HASE, Schöler & Brunner 2008), das auch in der Einschulungsuntersuchung https://kindergaerten.kultus-bw.de/,Lde/Einschulungsuntersuchungdes Gesundheitsamtes verwendet wird.
Gegenstand dieses Beobachtungsverfahrens ist die Erfassung von auditiven Informationsverarbeitungsleistungen, deren Störung als zugrundeliegend für eine Reihe von Sprach- und Schriftspracherwerbsproblemen gelten. Dazu werden allgemeine sprachliche Leistungsfähigkeit (z.B. über das Nachsprechen von Sätzen), die semantische Strukturerfassung der Sprache (z.B. über das Erkennen von Wortfamilien) sowie das auditive Arbeitsgedächtnis (über die Wiedergabe von Zahlenfolgen und das Nachsprechen von Kunstwörtern) erfasst.
 
 
Die gezielte Unterstützung der kindlichen Bildungsprozesse und deren Dokumentation ist laut Orientierungsplan, der verbindliche Qualitätsstandards für alle Kitas in Baden-Württemberg vorgibt, ein wichtiger Bestandteil der pädagogischen Arbeit.  Ohne Einschätzung / Beurteilung und einer kontinuierlichen Dokumentation von Entwicklungs- und Lernprozessen ist eine dem aktuellen Entwicklungsstand angepasste Bildungsplanung und Förderung von Kindern (insbesondere von Kindern mit besonderer Begabung oder einem Risiko) kaum möglich.

Auch für die Frage einer vorzeitigen Einschulung bei sogenannten KANN-Kindern bilden die BIKO-Ergebnisse eine wichtige Informationsquelle. Als elementare Bildungseinrichtung sind Kindertageseinrichtungen, also auch "Die Wichtel- verpflichtet, die Eltern jährlich über die Entwicklungsfortschritte Ihres Kindes zu informieren. Daher bildet die BIKO-Bildungsdokumentatio zusammen mit den Beobachtungen aus dem Alltag und dem kontinuierliche Austausch im Team die Basis für das Elterngespräch. 

Ganzheitliche Förderung